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Deutsche Redewendungen

Die Deutsche Sprache ist vielfältig und sie bietet zahlreiche kreative, lustige und manchmal auch schräge Redewendungen. An dieser Stelle wollen wir sie dir fortlaufend erklären.

Du hast eine Redewendung gehört und willst wissen, was sie bedeutet? Dann frag uns doch einfach auf Instagram oder Facebook.

  

Deutsche Redewendungen einfach erklärt


Redewendung: Auf den Keks gehen

«Das geht mir auf den Keks»

Wenn einem etwas oder jemand nervt oder verärgert, kann man dies mit dieser Redewendung zum Ausdruck bringen. Entweder man ist genervt von jemandem oder nervt sich über eine Situation.

Beispiel: Meine Nachbarin geht mir richtig auf den Keks. Ständig lässt sie ihre Wäsche zu lange im Waschraum liegen.

Redewendung: Bock haben

«Darauf habe ich richtig Bock»

Wenn man richtig Lust hat, etwas zu tun, dann kann man dies mit dieser Redewendung ausdrücken. Man kann auch die Frage stellen, ob jemand Bock hat, irgendetwas Bestimmtes zu tun.

Beispiel: Ich habe voll Bock darauf, das Matterhorn zu besteigen.

Redewendung: Die Nase voll haben

«Ich habe die Nase gestrichen voll»

Mit dieser Redewendung wird ausgedrückt, dass man von etwas genug hat. Wenn jemand beispielsweise eine bestimmte Situation satt hat und keine Lust mehr hat, noch länger damit konfrontiert zu werden., verwendet er diese Formulierung. 

Beispiel: Er spricht die ganze Zeit nur noch über seine Weiterbildung. Davon habe ich die Nase jetzt gestrichen voll.

Redewendung: Fix und fertig sein

«Ich bin fix und fertig»

Wer komplett erschöpft ist, drückt das mit dieser Redewendung aus. Wenn jemand einen anstrengenden Tag bei der Arbeit hatte, nach Hause kommt und seinem Partner mitteilen möchte, dass er nichts mehr machen möchte, ist das der richtige Ausdruck.

Beispiel
Heute hatten wir im Restaurant so viele Gäste, dass ich den ganzen Tag nicht eine Pause machen konnte. Jetzt bin ich fix und fertig.

Redewendung: "Ich glaub', ich spinn'"

«Ich glaub’, ich spinn’»

Wenn man etwas kaum glauben kann oder man über etwas total überrascht ist, dann kommt diese Redewendung zum Einsatz. So drückt man aus, dass man das, was man sieht oder hört, fast nicht glauben kann.

Beispiel
Was? Cristiano Ronaldo spielt jetzt für den FC Zürich? Ich glaub’, ich spinn’!

Redewendung: Das ist mir Wurst

«Das ist mir Wurst»

Wenn einem etwas gleichgültig ist, man keine Meinung zu einem Thema hat oder sich für etwas nicht interessiert, dann ist einem das Wurst.

Beispiel
Es ist mir Wurst, was heute für Wetter ist. Ich bleibe sowieso zuhause.

Redewendung: Viele Wege führen nach Rom

«Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom».

Mit dieser Redewendung wird ausgedrückt, dass es nicht nur einen Weg gibt, der zu einer guten Lösung führt. Sprich, es gibt mehrere Möglichkeiten, um an das gewünschte Ziel zu kommen.

Beispiel
Wenn die Schüler den Lehrer fragen, welcher Lösungsweg zum richtigen Ergebnis führt und es verschiedene gibt, dann erhalten sie vom Lehrer die Antwort «Es führen viele Wege nach Rom».

Redewendung: Den Kürzeren ziehen

«Jetzt hast du den Kürzeren gezogen.»

Wer den Kürzeren gezogen hat, der hat verloren. Die Redewendung ist auf das Ziehen von ungleichlangen Holzstäbchen zurückzuführen. Wenn etwas ausgelost oder aufgeteilt werden muss, dann bekommt der am wenigsten, der das kürzeste Holzstäbchen gezogen hat.

Beispiel
Wenn zwei Personen untereinander ausgemacht haben, wer den ungemütlicheren Schlafplatz nehmen muss, dann hat derjenige den Kürzeren gezogen, der auf dem Boden schlafen muss.

Redewendung: Toi toi toi

«Toi toi toi!»

Der Ausruf «Toi toi toi!» wird verwendet, wenn man jemandem viel Glück wünscht. Dieser Spruch hat es sogar bis in den Duden geschafft. Bis zum 18. Jahrhundert hat man drei mal gespuckt, um böse Geister zu vertreiben. Weil das Spucken in unserer Gesellschaft als unanständig ansieht, wird stattdessen dreimal «toi» ausgerufen.

Beispiel
Für dein Tennisturnier morgen wünsche ich dir toi toi toi!

Redewendung: Sich ins gemachte Nest setzen

«Sie setzt sich ins gemachte Nest.»

Wer sich ins gemachte Nest setzt, profitiert davon, dass jemand Anderes eine Arbeit bereits erledigt hat. Wer sich in ein gemachtes Nest setzt, musste sich selbst nicht bemühen und hat keine eigene Leistung erbracht, um etwas zu erreichen.

Beispiel
Er hat eine reiche Frau geheiratet und sich somit ins gemachte Nest gesetzt. 

Redewendung: Den Buckel runterrutschen

«Rutsch mir doch den Buckel runter».

Wenn man zu jemandem sagt, er soll einem den Buckel runterrutschen, dann ist es einem genug. Es ist ein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber der anderen Person. Man hat keine Lust mehr, sich mit ihr abzugeben.

Beispiel
Ich habe mir grosse Mühe beim Kochen gegeben. Entweder isst du das jetzt, oder du kannst mir den Buckel runterrutschen.

Redewendung: Einen Zahn zulegen

«Wir müssen jetzt einen Zahn zulegen».

Wenn jemand einen Zahn zulegen muss, bedeutet das, dass etwas schneller gemacht werden muss, da man ansonsten zu spät ankommt oder mit einer Arbeit nicht fertig wird.

Beispiel
Wir müssen einen Zahn zulegen, wenn wir noch vor Ladenschluss einkaufen gehen wollen.

Redewendung: Etwas durch die Blume sagen

«Ich sage es lieber durch die Blume.»

Diese Redewendung wird benutzt, wenn man jemanden kritisieren will oder ihm eine etwas unangenehme Botschaft übermitteln muss. Wenn man etwas durch die Blume sagt, will man etwas vorsichtig andeuten und die unangenehme Wahrheit mit netten Worten umschreiben.

Beispiel
Dieses rote Kleid steht mir überhaupt nicht. Meine Mutter hat mir das durch die Blume gesagt. Sie meinte, ich solle doch lieber das grüne Kleid anziehen.

Redewendung: Alte Schachtel

«Das ist doch eine alte Schachtel.»

Eine Schachtel ist meist aus Karton und dient der Aufbewahrung von allerlei Gegenständen. Der Ausdruck «alte Schachtel» wird meist jedoch nicht im Zusammenhang mit Karton gebraucht, vielmehr ist es eine eher respektlose Bezeichnung für eine ältere Frau. Bezeichnet sich eine Frau selbst als alte Schachtel, ist das in der Regel ironisch gemeint.

Beispiel
Mit 40 bin ich eine alte Schachtel, die keiner mehr heiratet. 

Redewendung: Jemandem die Leviten lesen

«Der Lehrer hat mir ganz schön die Leviten gelesen.»

Diese Redewendung wird benutzt, wenn jemand getadelt oder ermahnt wird. Sie stammt aus dem Mönchswesen. Bereits im 8. Jahrhundert wurden bei Bussübungen der Mönche aus dem "Levitikus", dem dritten Buch Mose, vorgelesen.

Beispiel
Ich habe habe meine Deutsch Hausaufgaben nicht gemacht und deshalb schimpft der Lehrer nun mit mir (was unsere Deutschlehrer selbstverständlich nie tun würden;-)).

Redewendung: Nur Bahnhof verstehen

«Ich verstehe nur Bahnhof.»

Diese Redewendung wird benutzt, wenn man das, was einem die Person gegenüber erklärt, überhaupt nicht versteht. Auch wenn wir ein Gespräch zurückweisen wollen, weil wir keine Lust haben, dieses zu führen, können wir die Redewendung als Vorwand nutzen.

Beispiel
Der Lehrer erklärt Max die Formel des Pythagoras. Darauf antwortet dieser dem Lehrer: «Ich verstehe nur Bahnhof».

Redewendung: Einen guten Rutsch wünschen

«Ich wünsche dir einen guten Rutsch.»

Zum Jahreswechsel wünschen sich die Schweizer einen guten Rutsch. Aber was genau bedeutet das? Was ist ein guter Rutsch?

Aufgrund der Jahreszeit könnte man vermuten, dass die Leute wegen des Glatteises hoffen, gut zu rutschen und in diesem Sinne gut ins neue Jahr zu starten. Mit der Witterung hat diese Redewendung jedoch nichts zu tun. Man geht davon aus, dass die Redewendung aus dem missverstandenen jiddischen Feiertagswunsch «a git Rosch», was so viel heisst wie «einen guten Kopf», entstanden ist. 

Redewendung: Pi mal Daumen

"In diesem Brunnen haben, Pi mal Daumen, 200 Liter Wasser Platz. "

Wenn jemand diese Redewendung anwendet, dann will er damit aussagen, dass es sich bei seiner Angabe um eine grobe Schätzung handelt. Er weiss also beispielsweise nicht ganz genau, wie viel Wasser tatsächlich im Brunne Platz hat. Er schätzt, dass es ungefähr 200 Liter sind.

In der Schweiz verwenden wir oft die Redewendung "Handgelenk mal Pi" dafür.

Redewendung: Seine Pappenheimer kennen

"Ich kenne meine Pappenheimer."

Wenn jemand diese Redewendung verwendet, will er damit sagen, dass er genau weiss, was er von einer bestimmten Personengruppe erwarten kann. Er sagt damit aus, dass er die Schwächen dieser Personengruppe kennt. Er ahnt voraus, wie sie in einer Situation handeln werden. 

Beispiel
Der Fussballtrainier sagt: "Ich kenne meine Pappenheimer. Damit die Fussballer vor dem Fussballspiel keine wilden Partys feiern, erinnere ich sie daran, dass um 22 Uhr Bettruhe ist".