Juan Miguels Tagebuch - 5

Die dritte Woche

Hallo zusammen!

Die nächste Woche ist vorbei! Im Moment habe ich das Gefühl, dass die Tage nur so an mir vorbei fliegen. Die dritte Woche war so voll wie die erste und die zweite: Wir haben den Akkusativ gelernt und kämpfen jetzt alle damit. Die Lehrerin meinte, das sei normal. Deutsch lernt man eben nicht in ein paar Wochen … Ich glaube, das Wichtigste ist, dran zu bleiben, einfach nicht aufzuhören, dann kommt es irgendwann. Ich mache das für Lisa, für unser Leben hier, sage ich mir immer wieder, und das motiviert mich. In ein paar Jahren lachen wir alle darüber, denke ich. Gestern habe ich realisiert, wie viel ich in dieser kurzen Zeit schon gelernt habe. Ich bin mit dem Bus durch die Stadt gefahren und habe die Plakate angeschaut, und – was soll ich sagen – ich verstehe sie! Vielleicht nicht jedes Wort, vielleicht nicht einmal die richtige Bedeutung, aber ich beginne, Sinn in dieser Sprache zu finden. Das gibt mir Kraft und Motivation!


Dann hat die Lehrerin die Anmeldungen für den nächsten Kurs, für A1.2, ausgeteilt. Fast alle haben sich sofort angemeldet und in jedem Fall sind alle meine neuen Freunde dabei! Das macht auch Sinn. Deutsch ist viel viel zu kompliziert, als dass ein Monat genug sein würde, um es zu verstehen. Und eine so gute Gruppe findet man auch nicht immer 😉
Neben dem Akkusativ haben wir diese Woche noch so viel mehr gelernt: Der absolute Hammer waren trennbare Verben: einkaufen, ausschalten und so weiter. Das ein und aus geht an das Ende vom Satz! Ich sage also nicht: “Ich einkaufe Lebensmittel”, ich muss sagen: “Ich kaufe Lebensmittel ein.” Und dann dasselbe mit den Modalverben können, wollen, sollen, dürfen, müssen, möchten. Sie sagen: “Ich will nach Ecuador fliegen!” Das heißt, man muss immer bis zum Ende des Satzes warten, um zu verstehen, was der andere einem sagen will! Deutsche müssen sehr sehr geduldig sein 😜

Und dann waren wir alle noch zusammen in einem Café in der Nähe der Schule, Alba, Tian, noch 5 andere aus unserem Kurs und ich! Das Bestellen auf Deutsch war wirklich schwierig, aber irgendwie haben wir dann doch bekommen, was wir wollten. Cafévokabular ist ja zum Glück in allen Sprachen relativ ähnlich 😊
Wir haben uns gut unterhalten und hatten alle eine tolle Zeit. Ich bin mir sicher, die nächsten Wochen werden genauso gut!

Bis dahin, adiós amigos!

                                                                                                                                                                                                                            Foto: Jonas Jacobsson via Unsplash